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RAG vs. Full-Context

Die Grundidee: ein Werbekunde bekommt einen Chatbot, der Besucherfragen direkt auf Basis der eigenen Webseite beantwortet – als interaktive Anzeige statt als statisches Banner. Die technische Kernfrage dahinter: Wie bringt man einer KI das Wissen einer ganzen Webseite bei, wenn diese Webseite hunderte Seiten groß ist? Zwei völlig verschiedene Wege sind möglich, mit sehr unterschiedlichen Konsequenzen bei Kosten und Zuverlässigkeit. Am Beispiel einer fiktiven, aber realistisch großen Klinik-Website erklärt und zum Selbst-Ausprobieren weiter unten.

Knapp drei Minuten über beide Wege und darüber, warum der einfachere von beiden ab einer bestimmten Datenmenge nicht langsam schlechter wird, sondern aufhört. Alles Weitere auf dieser Seite steht ausführlicher darunter. Untertitel liegen bei und lassen sich im Player zuschalten.

Eine erfundene Klinik, aber ein echtes Datenvolumen

Alle Inhalte in dieser Demo sind komplett fiktiv – Namen, Ärzt:innen, Adressen, Telefonnummern. Nichts davon ist real. Der Umfang dagegen ist bewusst realistisch gewählt, orientiert an der tatsächlichen Größenordnung eines großen Klinikums: 416 Einzelseiten – Fachbereiche, Ambulanzen, Kontaktdaten, Forschungsartikel.

Das ist wichtig, denn genau diese Größenordnung ist der Punkt der ganzen Demo: Eine kleine Firmenwebseite mit 20 Unterseiten passt locker komplett in eine einzelne KI-Anfrage – da braucht es kein RAG. Eine Klinik mit hunderten Fachbereichen, Ambulanzen und Forschungsseiten dagegen nicht. Ab einer bestimmten Größe wird der „einfache" Weg (alles auf einmal an die KI übergeben) technisch unmöglich – nicht nur teuer, sondern buchstäblich zu groß für das Zeitfenster, das ein KI-Modell auf einmal lesen kann. Das lässt sich weiter unten live nachvollziehen.

Zwei Wege, wie eine KI Webseiten-Wissen beantwortet

Weg 1

Full-Context

Man gibt der KI bei jeder einzelnen Frage einfach den kompletten Text aller Seiten mit – wie ein Prüfling, dem man vor jeder Prüfungsfrage das gesamte Lehrbuch nochmal komplett vorliest, bevor er antworten darf.

Einfach zu bauen, aber wird bei viel Text langsam, teuer – und irgendwann schlicht unmöglich, weil jedes KI-Modell nur eine begrenzte Textmenge auf einmal lesen kann.

Weg 2

RAG (Retrieval-Augmented Generation)

Man baut vorab, einmalig eine durchsuchbare Bibliothek aus allen Seiteninhalten. Bei jeder Frage holt sich die KI dann nur die paar wirklich passenden Abschnitte aus dieser Bibliothek – wie ein Prüfling, der im Buch-Register nachschlägt und gezielt nur die richtige Seite aufschlägt.

Mehr Aufwand beim Aufbau, dafür bleibt es auch bei riesigen Datenmengen schnell und günstig – skaliert praktisch unbegrenzt.

Wie die Bibliothek entsteht – und wie sie benutzt wird

Das ist der wichtigste Punkt, um RAG zu verstehen: Es sind zwei komplett getrennte Vorgänge, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten laufen.

EINMALIG / PERIODISCH — z. B. 1× täglich oder 1× pro WocheWebseite416 SeitenBereinigenAnonymisierenZerlegenin AbschnitteIn ZahlenübersetzenVektor-Datenbankdie fertige BibliothekLäuft NICHT bei jeder Nutzerfrage — nur wenn sich der Inhalt ändert. Das spart die eigentlichen Kosten.BEI JEDER NUTZERFRAGE — live, in SekundenFrage einer BesucherinRAG-Pfaddurchsucht die Vektor-Datenbank,holt nur die 5 passendstenAbschnitte (wenige TausendZeichen, unabhängig von der Gesamtgröße)Full-Context-Pfadnimmt den kompletten Textaller Seiten dieser Stufe(wächst mit der Datenmenge –ab ~200.000 Tokens nicht mehr möglich)KI formuliert die Antwort

Oben: die Bibliothek wird selten und geplant neu gebaut. Unten: bei jeder Frage läuft nur noch die schnelle, günstige Suche bzw. beim Full-Context-Weg die komplette Text-Übergabe.

Der Bibliotheksbau ist bewusst selten, nicht ständig

Naheliegender Gedanke: Warum nicht die Bibliothek bei jeder Frage direkt neu bauen, damit sie garantiert aktuell ist? Weil das unnötig teuer und langsamwäre. Der Bibliotheksbau (oben im Diagramm) bedeutet: alle 416 Seiten lesen, bereinigen, in Abschnitte teilen und in Zahlen übersetzen – das dauert mehrere Minuten Rechenzeit. Eine Klinik-Webseite ändert sich aber nicht minütlich, meist nicht mal täglich. Ein Rhythmus von einmal täglich oder sogar nur einmal pro Woche reicht in der Praxis völlig aus, um die Bibliothek aktuell zu halten.

Die eigentliche Anfrage eines Besuchers (unten im Diagramm) ist davon komplett getrennt und läuft in Sekunden – sie schlägt nur in der bereits fertigen Bibliothek nach, statt jedes Mal alles neu zu berechnen. Genau diese Trennung – selten und aufwändig bauen, aber oft und günstig benutzen – ist der eigentliche Kostenvorteil von RAG gegenüber Full-Context.

Beide Wege im direkten Vergleich

KriteriumFull-ContextRAG
Aufbau-AufwandSehr gering — Text einfach mitschickenHöher — Vektor-Datenbank, Chunking, Embedding-Pipeline nötig
Läuft bei kleiner DatenmengeProblemlos, sehr einfachFunktioniert, ist aber unnötiger Mehraufwand
Läuft bei großer DatenmengeWird langsam & teuer, irgendwann technisch unmöglichBleibt schnell & günstig, praktisch unbegrenzt skalierbar
Kosten pro AnfrageWächst mit der Gesamt-DatenmengeBleibt konstant niedrig, unabhängig von der Gesamtgröße
AktualitätSofort aktuell, sobald der Text sich ändertNur so aktuell wie der letzte Bibliotheksbau (z. B. gestern)
Typische SchwachstelleHarter Abbruch bei Überschreiten des KontextlimitsKann bei ungünstiger Frage-Formulierung die richtige Antwort verfehlen
FazitGut für kleine, selten wechselnde DatenmengenNötig, sobald die Datenmenge wächst

Was kostet das wirklich?

Zahlen aus dieser Demo (Claude Haiku 4.5, 1 Mio. Ein-/Ausgabe-Tokens kosten 1 $ bzw. 5 $). Grobe Faustregel: 1.000 Zeichen deutscher Text ≈ 250–300 „Tokens" (die Recheneinheit, in der KI-Anfragen abgerechnet werden).

Ansatz & DatenmengeKontext pro AnfrageGeschätzte Kosten pro Anfrage
RAG (jede Datenmenge)~2.000–3.000 Tokens< 0,5 Cent
Full-Context, kleine Seite (22 Seiten)~11.000 Tokensca. 1,3 Cent
Full-Context, mittlere Seite (220 Seiten)~70.000 Tokensca. 7 Cent
Full-Context, große Klinik-Seite (416 Seiten)~408.000 Tokensnicht möglich — über dem Limit

Der Bibliotheksbau selbst (Embedding aller 416 Seiten) läuft in dieser Demo über ein selbst gehostetes Modell auf dem ohnehin vorhandenen Server — dafür fallen keine zusätzlichen API-Kosten an, nur ein paar Minuten Rechenzeit, ein- bis wenige Male pro Woche. Bei einem bezahlten Embedding-Dienst kämen hier zusätzlich geringe, aber planbare Kosten pro Bibliotheksbau dazu (nicht pro Anfrage).

Kurz gesagt: Bei kleinen Webseiten ist der Unterschied kaum spürbar. Bei einer Datenmenge wie einer großen Klinik-Website wird Full-Context nicht nur teurer, sondern ab einem bestimmten Punkt schlicht unbenutzbar — RAG bleibt dagegen durchgehend günstig und funktioniert unabhängig von der Datenmenge.

Live-Test: Full-Context gegen RAG

Echte Anfragen gegen die echte Musterklinik-Wissensbasis, in Echtzeit, beide Wege gleichzeitig. Jede Anfrage verursacht echte Kosten – deshalb ist der Live-Test nur mit einem persönlichen Zugangscode nutzbar.

Hinweis zu eigenen Fragen: Die fünf Beispiele unten sind bewusst ausgewählt, weil sie einen bestimmten Effekt sichtbar machen. Frei gestellte Fragen scheitern dagegen häufig – eine eigene Messung mit 103 Fragen ergab, dass rund zwei Drittel mit „kann ich nicht beantworten“ endeten. Zwei Gründe: Der Beispieldatensatz enthält nur einen Teil der ursprünglichen Website, und die enthaltenen Nachrichtenmeldungen verdrängen bei der Suche die eigentlichen Sachinformationen. Beides ist typisch für RAG in der Praxis und gehört zu dem, was diese Demo zeigen soll.

Zugangscode

Kein Selbst-Service: Der Zugang zu diesem Live-Test wird nur auf Anfrage und nach persönlicher Freigabe vergeben.

Unten stehen fünf geprüfte Testfragen, die jeweils gezielt eine typische Schwachstelle zeigen – oder einfach eine eigene Frage eintippen.

Eigene Frage

Full-Context

Noch keine Antwort.

RAG

Noch keine Antwort.

Impressum

Angaben gemäß § 5 DDG

Matthias Stiefel
Ahornstraße 15
82223 Eichenau

Kontakt
E-Mail: caligatus@gmx.de

Datenschutzerklärung

Stand: Juli 2026

1. Verantwortlicher

Matthias Stiefel
Ahornstraße 15
82223 Eichenau
E-Mail: caligatus@gmx.de

2. Allgemeines

Sie haben jederzeit das Recht auf Auskunft, Berichtigung, Löschung und Einschränkung der Verarbeitung Ihrer Daten sowie auf Datenübertragbarkeit. Zudem können Sie sich bei einer Datenschutz-Aufsichtsbehörde beschweren, zuständig ist das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA).

3. Hosting / Server-Log-Dateien

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5. Kontaktformular

Bei Nutzung des Kontaktformulars verarbeite ich Name, E-Mail-Adresse und Nachricht, um Ihre Anfrage zu beantworten. Die Daten werden an meinen selbst betriebenen n8n-Server übertragen, der Bestätigungsmail, Benachrichtigung per E-Mail (Gmail) und Telegram-Push übernimmt. Rechtsgrundlage: Art. 6 Abs. 1 lit. b bzw. f DSGVO. Empfänger: mein n8n-Server, Google (Gmail), Telegram FZ-LLC. Ihre Nachricht verbleibt in meinem Postfach, bis ich sie lösche.

6. Gästebuch

Im Gästebuch können Sie einen öffentlich sichtbaren Eintrag hinterlassen (Name, Nachricht). Jeder Eintrag wird von mir persönlich geprüft und freigegeben oder abgelehnt. Zusätzlich wird Ihre IP-Adresse zur Missbrauchsprävention verarbeitet (max. 1 Einreichung/Stunde). Freigegebene Einträge bleiben öffentlich sichtbar, bis ich sie entferne; nicht freigegebene Einträge werden nach 30 Tagen automatisch gelöscht. Rechtsgrundlage: Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO (Ihre Einwilligung durch Absenden). Empfänger: mein n8n-Server, Telegram FZ-LLC und Google (Gmail) für die Freigabe-Benachrichtigung an mich.

7. SSL/TLS-Verschlüsselung

Diese Website nutzt aus Sicherheitsgründen eine SSL/TLS-Verschlüsselung (erkennbar an „https://" und dem Schloss-Symbol im Browser).

Datenschutzhinweis für den Testzugang

Gilt nur für diesen Live-Test, Stand: Juli 2026

Dieser Live-Test ist ein nicht-öffentlicher Testzugang zu einem privaten Demo-Projekt. Der Zugang wird ausschließlich auf individuelle Anfrage und nach persönlicher Freigabe erteilt.

Verantwortlicher

Matthias Stiefel
Ahornstraße 15
82223 Eichenau
E-Mail: caligatus@gmx.de

Warum ist der Zugang beschränkt?

Jede Testfrage verursacht reale Kosten (kostenpflichtige KI-Abfragen). Deshalb wird der Zugang bewusst nur einzeln vergeben und zeitlich sowie mengenmäßig begrenzt. Dieser Absatz ist keine datenschutzrechtliche Pflichtangabe, sondern eine zusätzliche Erklärung zur Nachvollziehbarkeit.

Welche Daten werden verarbeitet?

Ein Ihnen zugewiesener Zugangscode, das Ablaufdatum Ihres Zugangs sowie die Anzahl gestellter Testfragen als reiner Zähler. Die Inhalte Ihrer Fragen selbst werden nicht gespeichert. Ihr Name wird durch dieses System nicht erfasst – der Zugangscode selbst ist Ihr Zugang. Wem welcher Code zugeteilt wurde, verwaltet der Verantwortliche ausschließlich privat (z. B. per E-Mail), außerhalb dieses Systems.

Zweck und Rechtsgrundlage

Zugangskontrolle und Begrenzung der mit jeder Anfrage verbundenen Kosten. Rechtsgrundlage: Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO (berechtigtes Interesse an einem kontrollierten, kostenbegrenzten Testzugang).

Speicherdauer

Ihre Daten werden bis zum Ablauf Ihrer Zugangsberechtigung gespeichert und danach automatisiert gelöscht.

Empfänger

Keine Weitergabe an Dritte. Die Verarbeitung erfolgt ausschließlich auf privat betriebener Serverinfrastruktur.

Ihre Rechte

Auskunft (Art. 15), Berichtigung (Art. 16), Löschung (Art. 17), Einschränkung (Art. 18) sowie Widerspruch (Art. 21) gegen die Verarbeitung. Zudem steht Ihnen ein Beschwerderecht bei einer Datenschutz-Aufsichtsbehörde zu, zuständig ist das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA).